Derzeit finden im Südafrikanischen Durban die 17 UN-Klimaschutzverhandlungen statt. Das es bei den Verhandlungen zu weltbewegenden Ergebnissen kommt, ist nicht zu erwarten. Zu festgefahren sind die Positionen der einzelnen Verhandlungsparteien. Selbst eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls ist nicht möglich, was wiederum bedeutet dass es 2012 ohne Nachfolgeregelungen ausläuft.
Vor einigen Tagen war ich in einem Zeitungsartikel auf eine Interessant und zugleich provokante These gestoßen.
Diese lautet:
Wollen wir überhaupt das Klima schützen?
So einfach diese Frage ist, so schwer ist es sie zu beantworten. Probieren Sie es aus. Ein spontanes “Ja sicher!” zählt aber nicht als ausreichende Antwort. An den Taten sollt Ihr sie erkennen. Da wird es allerdings sehr schwer.
Und in der Tat kommt es sofort zu Konflikten wenn ernsthafte Schritte zum Klimaschutz eingeschlagen werden sollen. Die vorgebrachten Argumente sind seit Jahren die gleichen. Sie sind allseits bekannt und werden gebetsmühlenartig wiederholt. “Der Wirtschaftsstandort sei in Gefahr” heißt es. Die “Wettbewerbsfähigkeit” würde darunter leiden usw..
Ein blick hinter die Fassade zeigt aber, das es um vollkommen andere Problem geht. Die “Energiewende”, so es sie den gibt, ist notwendig um eine bezahlbare, sichere und Zukunftsfähige Energieversorgung darzustellen und um nicht von einzelnen Lieferländern abhängig, gegebenenfalls erpressbar zu sein. Hier geht es im Kerne um Wirtschaft- und Sicherheitspolitik. Der Klimawandel wird quasi als Bonus ebenfalls bekämpft.
Die überreizte Mobilität heutiger Prägung ist nicht dauerhaft durchzuhalten. Die Zahl der Autos wächst um ein vielfaches schneller als die zur Verfügung stehende Straßenfläche. Wobei das Nachhaltigkeitsziel, die Flächenversiegelung auf 30 ha pro Tag zu begrenzen, klar limitierend wirkt . Sofern diese Ziel wirklich ernst genommen wird.
Derweil diskutieren wird über den Ausbau von Straßen, Elektroautos und Biosprit. Eine radikale Neuorientierung in der Mobilität, in der auch die Suffizienz ein wichtiger Punkt ist, kommt in der Diskussion nicht vor.
Aus dem Land der “Dichter und Denker” ist mittlerweile eine Land der “Abdichter und Dämmer” geworden. Mittlerweile belegen eine Vielzahl an Studien das die Ziele nicht erreicht werden und dass sich eine nennenswerte Gruppen mit geringen Einkommen weder das eine (Energie) noch das andere (Dämmung) leisten kann. Die Einsparpotentiale wurden überschätzt und die Kosten unterschätzt. Dabei ist das Ziel, den Energieverbrauch des Wohngebäudebestandes zu senken, nicht falsch. Über den Weg der eingeschlagen wurde, sollte allerdings noch einmal intensiv nachgedacht werden.
Der Klimawandel ist ein ernstzunehmende Herausforderung. Nur derzeit verfangen wir uns in den Lobbyinteressen einzelner Gruppen. Gut organisiert und Finanzstark. Zu jedem Beispiel kann mindestens eine Gruppe genannt werde.
Wenn es eine Lösung gibt, bzw. geben soll wird diese von unten heranwachsen und nicht von oben beschlossen. Nur auch hierfür läuft uns langsam aber sicher die Zeit davon.

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