Rio+20

Auch diese Jahr werfen einige große Konferenzen ihre Schatten voraus. Im Juni findet in Rio de Janeiro die “United Nations Conference on Sustainable Development” kurz Rio+20. Eine davon ist Rio+20. Man kann sicherlich darüber streiten ob derartige Veranstaltungen überhaupt sinnvoll sind und zu Ergebnissen führen die den Aufwand rechtfertigen. Derzeit sind sie aber ein wichtiger Baustein der internationalen Diplomatie.

Die Zielsetzung der Konferenz ist es, eine erneuerte politische Verpflichtung für eine nachhaltige Entwicklung zu sichern, den Fortschritt und die Lücken in der Umsetzung einer nachhaltiger Entwicklung festzusetzen und die neuen Herausforderungen zu adressieren

Ein Zitat von der offiziellen Homepage.
Es ist sicherlich sinnvoll die Erwartungen an diese Konferenz nicht zu hoch zu schrauben. Zu unterschiedlich sind die Interessen der einzelnen Länder.  Zu unterschiedlicher deren Ausgangspunkt. Aber Zwanzig Jahre nach der ersten Konferenz von 1992 ist es sicherlich an der Zeit einen blick auf die Ergebnisse zu werfen.

Auch die in Deutschland steht es mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung nicht mit allen Faktoren zum besten. Erfolge können beim Einsatz regenerativer Energien und beim Klimaschutz vermeldet werden. Hier wurden die Zielmarken für das Jahr 2010 mit  8,9% (Ziel 4,2%) am Primärenergieverbrauch und im Klimaschutz mit einer CO2 Reduzierung von 21% gegenüber dem Basisjahr 1990 erreicht bzw. überschritten.
Wesentlich schlechter sieht es aber in den Bereichen der Rohstoff- und Energieproduktivität aus. Mit werten von 139,5 bzw. 140,5 bei einem Zielwert von 200 im Jahre 2020 ist es mehr als fraglich ob diese erreicht werden. Ähnlich düster sieht es beim Flächenverbrauch aus.  Relativ konstant bewegt sich der tägliche Flächenverbrauch bei rund 100 ha. Der Zielwert 2020 liegt derweil bei 30 ha/Tag. Das dieser Wert in den nächsten 8 Jahren um 70% reduziert wird ist nahezu ausgeschlossen. In den letzten 20 Jahren wurden rund 800.000 ha oder über 11 Mio. Fußballfelder für Straßen, Gebäude usw. “verbraucht”.

Das waren nur einige Beispiele. Der vollständige Bericht kann über diesen Link beim Statischen Bundesamt heruntergeladen werden.

Aber zurück zur Rio+20 Konferenz. Was kann unter diesen Voraussetzungen als Ziel definiert, ab wann kann von einem Erfolg gesprochen werden.
Wenn es gelingt den Fokus wieder auf eine nachhaltige Entwicklung zu richten und Abstand zu nehmen von einer verengten Klimaschutzdiskussion ist viel gewonnen. Den Nachhaltigkeit ist mehr als Klimaschutz. Es beleibt abzuwarten ob es gelingt.

 

Kein Bock auf Weltrettung!

via Twitter flatterte mir der Artikel mit dem Titel “Nur noch kurz die Welt retten? Oder: was ist nachhaltig?” von Kathrin Hartmann auf den Schreibtisch. Der Artikel kann hier nachgelesen werden.

Beginnend mit der etwas verquasten Beschreibung des Kosumententypus des LOHAS hin zu einer fundamentalistischen Systemkritik die den einzelnen aus der Verantwortung entlässt. Position denen ich nicht zustimmen kann und mich zum Schreiben dieses Artikels veranlasst haben.

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Außer Spesen nichts gewesen?!

Nachdem die UN-Klimakonferenz in Durban nunmehr beendet wurde, streiten sich die Beobachter, ob die Konferenz ein Erfolg war oder doch als gescheitert angesehen werden muss. Ungeachtet dies Streites über die Deutungshoheit, schauen wir doch zuerst einmal auf die Ergebnisse von Durban.

Bis 2015 soll ein neues Klimaschutzabkommen ausgehandelt werden, dass bis 2020 in Kraft tritt.
Das Kyoto Protokoll soll derweil verlängert werden, wobei offen geblieben ist, wie lange diese Verlängerung reicht. 
Zum dem soll ein Klimaschutzfond den Entwicklungsländern dabei helfen die notwendigen Anpassungen zu Schultern. Dieser Fond soll ab 2020 mit jährlich 100 Mrd. US$ ausgestattet werden.

Für eine zweiwöchige Konferenz sicherlich ein eher dürftiges Ergebnis. Aber war wirklich mehr zu erwarten? Continue reading

Die Optimierungsfalle

Mein Aktueller Lesetipp “Die Optimierungsfalle” von Julian Nida-Rümelin .

Der Autor
Julian Nida-Rümelin ist deutsche Philosoph mit dem Schwerpunkt der Praktischen Philosophie. Geboren 1954 entstammt er einer Münchener Künstlerfamilie. Studiert an den Universitäten München und Tübingen Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft. War 1998/2000 Kulturreferent der Landeshauptstadt München und 2001/2001 Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.
Heute ist er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaft und der Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaft.
Eine ausführliche Vita finden Sie bei Wikipedia. Continue reading

Wollen wir überhaupt das Klima schützen?

Derzeit finden im Südafrikanischen Durban die 17 UN-Klimaschutzverhandlungen statt. Das es bei den Verhandlungen zu weltbewegenden Ergebnissen kommt, ist nicht zu erwarten. Zu festgefahren sind die Positionen der einzelnen Verhandlungsparteien. Selbst eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls ist nicht möglich, was wiederum bedeutet dass es 2012 ohne Nachfolgeregelungen ausläuft. Continue reading

…und ewig grüßt das Murmeltier.

Erinnern Sie sich noch an den Film aus dem Jahre 1993 mit Andie MacDowell und Bill Murray in den Hauptrollen. Kurz zur Handlung, Bill Murray alias Phil sitzt in einer Zeitschleife und muss immer wider den gleichen Tag durchleben.

Gelegentlich geht es mir wie Phil. Irgendwie kommt einem das alles doch sehr bekannt vor.
Worum es geht? Um die neue Effizienzrichtlinie der EU. Der vollständige Titel lautet:

“RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Energieeffizienz und zur Aufhebung der Richtlinien 2004/8/EG und 2006/32/EG”

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Die Entdeckung des Chaos

In regelmäßigen Abständen möchte ich Ihnen hier interessante und lesenswerte Bücher vorstellen.

Als erstes Buch möchte ich Ihnen eine Buch nahelegen, was schon eine wenig älter ist. Erschienen ist es 1990 im Carl Hansa Verlag. Geschrieben wurde es von John Briggs und F. David  Peat. Der Titel: Die Entdeckung des Chaos. Heute ist es noch in Antiquariaten und Gebrauch Buchbörsen zu bekommen. Continue reading

Nun denn…

…sind die neuen Seiten online. Die alten Seiten waren in ihrer gesamten Struktur doch schon sehr in die Jahre gekommen.
Um den Entwicklungen der letzten Zeit, mit Web 2.0 und Sozialen Netzwerken, besser gerecht zu werden habe ich mich entschieden die Basis für die Webseite zu ändern. Nunmehr ist WordPress das Medium der Wahl.
Inhaltlich wurden die Seiten durch einen Blog erweitert. Ich werde darin in  unregelmäßigen abständen zu aktuellen Themen aus dem Bereich Energie, Klima, Nachhaltigkeit Stellung nehmen. Einige ältere Artikel sind schon online und weitere werden folgen. Also seien Sie gespannt und schauen ab und an mal vorbei.

Mit besten Grüßen
Stefan Handzik

Rein in die …

… nicht die Kartoffel, sondern in die Atomenergie und nun wieder raus. Mit dem Kabinettsbeschluss vom 06. Juni 2011 wir nun, aus dem Ausstieg, aus dem Ausstieg ausgestiegen. In Berlin wird mächtig Dampf gemacht um die gesetzlich Grundlagen festzuschreiben. Es bleibt zu befürchten das am Ende die Gerichte das letzte Wort in Sachen Atomausstieg haben, weil die Nadel doch ein wenig zu heiß war mit denen die Gesetzte gestrickt wurden. Continue reading